A us der
Erbauungszeit des Klosters im 13. Jahrhundert sind die Kirche mit ihrem
hölzernen Dachstuhl (datiert 1293/94-1313/14), die angrenzende
Sakristei
(heute
Lapidarium) sowie Fenster- und Türgewände im Nordflügel der Klausurgebäude
erhalten geblieben.
Der
größte Teil der Klausurgebäude ist aber einer Erweiterungsmaßnahme um 1490-1500
zuzurechnen. Aus dieser zweiten Bauphase stammen der Ost- und
Westkreuzgang, der Kapitelsaal, die einstige
Klosterküche (heute Ausstellung ?Historischer Buchbestand?)
sowie die 1497 errichtete Klosterbibliothek
(heute
Münzkabinett). 1521 erhielt die Ostfassade der Klosterkirche ihren aus Blendarkaden bestehenden
Ziergiebel.
Modell der Klosteranlage zu Beginn des 16. Jahrhunderts
Veränderungen nach 1534
N ach
Auflösung des Klosters erfolgten Eingriffe in die Bausubstanz vor allem im
Bereich der ehemaligen Klosterkirche sowie im Ostflügel, den die Saalfelder
Schule nutzte. Für Schulzwecke wurde der gesamte Flügel 1722-1725 um ein 2.
Obergeschoss sowie um ein Mansardgeschoss erweitert. Ein barockes
Treppenhaus
mit schweren Balustern verbindet seither alle Etagen. Gleichzeitig erhielt die leer stehende Klosterkirche
unterhalb des offenen Dachstuhls eine Barockdecke
, geschmückt mit Stukkaturen und Fresken des Gothaer Hofmalers Johann
Heinrich Ritter (1725).
Im Jahre 1855, während der Nutzung der
Klosterkirche als Malzhaus, erfolgte in deren östlichem Bereich der Einbau eines
Kreuzgratgewölbes für die Keimtenne. Durch diese Unterteilungen (Barockdecke und
Gewölbe) entstand im Zentrum der ehemaligen Hallenkirche ein abgegrenzter,
saalartiger Bereich. Hier wurde 1940-53 der heutige Festsaal
eingerichtet.
Festsaal mit Barockdecke
Sanierung nach 1990
M
it seiner historischen Bausubstanz stellt das Saalfelder Franziskanerkloster
eines der wenigen, fast komplett erhaltenen mittelalterlichen Ensembles seiner Art
dar und zählt zu den herausragendsten Baudenkmälern in Thüringen. Von 1990
bis 2003 wurde es vollständig saniert und in öffentliche Nutzung
überführt. Für die hier vollbrachte Leistung erhielt die Stadt Saalfeld
im Jahre 2000 den Thüringer Denkmalschutzpreis verliehen. Mit dem Stadtmuseum Saalfeld
beherbergt das einstige Kloster heute eines der größten kulturgeschichtlichen Museen des
Freistaates.